„Forschungs- und Anwenderzentrum Geriatronik“ (TUM / MSRM)

Bereits vor Gründung der LongLeif war die Förderung der Forschung im Bereich „Geriatronik“ (Einsatz von robotischen Assistenzsystemen zur Betreuung und Pflege alter Menschen) aus Mitteln der Schweizer Leifheit-Stiftung eine vom Markt Garmisch-Partenkirchen favorisierte Zielsetzung, was durch mehrere Marktgemeinderatsbeschlüsse belegt ist.

Das Forschungsvorhaben ist – auch aus Sicht der Marktgemeinde – ein „Leuchtturm-Projekt“ und hat für die von der LongLeif angestrebten Ziele hohe Priorität. Langfristiges Ziel ist insbesondere der dauerhafte Sitz des Forschungs- und Anwenderzentrums Geriatronik der TUM / MSRM auf dem geplanten „LongLeif-Campus“.

Die Eröffnung des Geriatronik-Zentrums am 06.10.18 in der Bahnhofstraße 37, Garmisch-Partenkirchen, ist für die nächsten drei bis vier Jahre eine Übergangslösung, markiert aber dennoch einen bedeutsamen Schritt vorwärts auf dem Weg zum LongLeif- Ziel, einen dauerhaften Forschungsstandort für Geriatronik in Garmisch-Partenkirchen in Partnerschaft mit der TU München aufzubauen.

Die Förderung des Zentrums durch die LongLeif ist vorerst auf acht Jahre angelegt. Sie erfolgt im Vertrauen auf die Aussagen von Ministerrat und Staatskanzlei, den Forschungsbereich Healthcare-Robotik dauerhaft in Garmisch-Partenkirchen zu etablieren. Langfristig soll die TUM-Forschungseinrichtung auf dem geplanten LongLeif-Campus untergebracht werden. Dort sollen Forschung, Bildung und Praxis eng verzahnt arbeiten.

Die Forschungsräume sind auf einer Fläche von ca. 700 Quadratmetern über zwei Etagen verteilt. Geplant sind in der Startphase 15 – 20 wissenschaftliche Arbeitsplätze. Dauerhaft sollen 35 – 40 wissenschaftliche Arbeitsplätze am Standort geschaffen werden.

Das Geriatronik-Projekt ist wie folgt aufgeteilt:

  • Grundlagenforschung (TUM),
  • Anwendungsforschung (Wirtschaftsministerium, Industrie, TUM) und
  • Technologie- und Feldforschung (LongLeif)

Ein Vorteil dieser Aufteilung ist, dass unterschiedliche Förderschwerpunkte gesetzt werden können, das heißt vor allem, dass das Thema „Assistenz-Robotik“ nicht nur aus dem Blickwinkel „technologische Herausforderungen“, sondern auch aus der Nutzer-Perspektive (Usability / Design, Akzeptanz, Einsatzbereiche, Wirtschaftlichkeit etc.) entwickelt werden kann.

Schwerpunkt der Förderung durch die LongLeif ist die Weiterentwicklung des (teil-)autonomen Service-Humanoiden GARMI. Entwicklungsziel ist es, diesen mit äußerst feinfühligen und geschickten hochintegrierten Händen für den Alltagseinsatz auszustatten. Auch soll ein interaktiv lernender multimodaler und multisensorieller Roboterkopf die Basisversion von GARMI erweitern, um eine einfache und sichere Interaktion älterer Menschen mit GARMI zu ermöglichen. Mittels einer multimodalen und -sensoriellen Telepräsenz-Station soll GARMI zusätzlich von Angehörigen, Ärzten im Telemedizin-Modus oder Servicepersonal bei Bedarf gesteuert werden können.

Durch ein integriertes Erfahrbarkeitszentrum, die lokale Kooperation mit Klinikum und Pflegeheimbetreibern sowie eine breit angelegte Feldforschung mit Realumsetzung in Pilotwohnungen können die entwickelten robotischen Systeme direkt in der Praxis erprobt werden und kommen damit frühzeitig und unmittelbar den Senioren vor Ort zu Gute.